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Einbürgerung des Ehegatten
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Alle Informationen zur Einbürgerung von Ehegatten deutscher Staatsbürger.
Hier erfahren Sie ...
wann Sie sich als Ehegatte eines Deutschen einbürgern lassen können
wie das Einbürgerungsverfahren für Ehegatten von Deutschen abläuft
wann eine Einbürgerung von Ehegatten unzulässig ist
welche Regeln für Kinder gelten
Autor
Rechtsanwalt
Lesezeit
7 Min.
Veröffentlichungsdatum
18.01.2025
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Inhaltsverzeichnis
1. Einbürgerung als Ehegatte eines Deutschen beantragen
2. Voraussetzungen Einbürgerung Ehegatten Deutscher
3. Wann kann die Einbürgerung des Ehegatten abgelehnt werden?
4. Verkürzung Dauer des Aufenthalts Ehegatten
5. Miteinbürgerung von Kindern
6. Tod oder Scheidung vom Ehegatten
7. FAQ Einbürgerung Ehegatten
1. Einbürgerung als Ehegatte eines Deutschen beantragen
Die Einbürgerung von Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartnern deutscher Staatsangehöriger bietet ausländischen Partnern eine erleichterte Möglichkeit, die deutsche Staatsangehörigkeit zu erlangen. Im Vergleich zur regulären Einbürgerung gelten verkürzte Aufenthaltszeiten und besondere Regelungen, um die Familieneinheit zu stärken. Dennoch müssen Antragsteller bestimmte Voraussetzungen erfüllen, darunter eine bestehende eheliche oder partnerschaftliche Lebensgemeinschaft, ausreichende Deutschkenntnisse und ein rechtmäßiger Aufenthalt in Deutschland. Gleichzeitig gibt es Ausschlussgründe, wie z. B. das Bestehen einer Scheinehe.
Die Einbürgerung von Ehegatten und eingetragenen Lebenspartnern deutscher Staatsangehöriger ist in § 9 des Staatsangehörigkeitsgesetzes (StAG) geregelt. In diesem Artikel erklären wir die gesetzlichen Anforderungen des § 9 StAG, mögliche Verkürzungen der Aufenthaltsdauer, die Einbürgerung von Kindern und wichtige Aspekte, die bei der Antragstellung beachtet werden müssen.
2. Voraussetzungen Einbürgerung Ehegatten Deutscher
Um als Ehegatte oder eingetragener Lebenspartner eingebürgert zu werden, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
Die Ehe oder eingetragene Lebenspartnerschaft muss rechtsgültig geschlossen und zum Zeitpunkt der Einbürgerung noch bestehen.
Der deutsche Ehe- oder Lebenspartner muss während dieser Zeit die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen.
Der Antragsteller muss sich seit mindestens drei Jahren in Deutschland aufhalten und eine eheliche oder partnerschaftliche Lebensgemeinschaft seit mindestens zwei Jahren mit der deutschen Partnerin oder dem deutschen Partner führen.
Der Nachweis über ausreichende deutsche Sprachkenntnisse auf dem Niveau B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER) ist erforderlich.
Es dürfen keine schwerwiegenden Straftaten vorliegen, die einer Einbürgerung entgegenstehen.
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3. Wann kann die Einbürgerung des Ehegatten abgelehnt werden?
Die Einbürgerung nach § 9 StAG ist an bestimmte Voraussetzungen geknüpft und darf nur in Ausnahmefällen versagt werden. Ein solcher Ausnahmefall liegt insbesondere vor, wenn die Ehe oder Lebenspartnerschaft ausschließlich zum Zweck der Aufenthaltssicherung geschlossen wurde, also eine Scheinehe vorliegt. In solchen Fällen fehlt es an einer tatsächlichen ehelichen oder partnerschaftlichen Lebensgemeinschaft, sodass die rechtlichen Voraussetzungen für eine Einbürgerung nicht erfüllt sind.
Darüber hinaus kann die Einbürgerung auch dann versagt werden, wenn die Ehe oder Lebenspartnerschaft nicht mehr tatsächlich gelebt wird. Dies ist der Fall, wenn die Partner bereits getrennt leben oder keine gemeinsame Lebensgemeinschaft mehr führen, obwohl die Ehe oder Partnerschaft formal noch besteht. Entscheidend ist, dass eine echte, auf Dauer angelegte Lebensgemeinschaft vorliegt. Ist dies nicht der Fall, kann die Einbürgerung nach § 9 StAG verweigert werden.
Ein starkes Indiz für das Bestehen einer nur formalen Ehe ist der Besitz einer Aufenthaltserlaubnis nach § 31 Aufenthaltsgesetz (AufenthG), die in Trennungsfällen gewährt wird.
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4. Verkürzung Dauer des Aufenthalts Ehegatten
In bestimmten Ausnahmefällen kann die Aufenthaltsdauer von drei Jahren weiter verkürzt werden. Diese Fälle sind aber selten und werden von den Behörden sehr restriktiv gehandhabt. Die weitere Verkürzung der Aufenthaltszeit ist in den folgenden Fällen möglich:
Der ausländische Ehegatte oder eingetragene Lebenspartner oder die deutsche Partnerin oder der deutsche Partner eine Tätigkeit im Ausland ausgeübt hat, die im deutschen Interesse lag.
Der deutsche Partner als Angehöriger des Auswärtigen Amts, der Bundeswehr oder einer öffentlich geförderten Einrichtung tätig war oder ist.
In solchen Fällen genügt es, wenn der Antragsteller zum Zeitpunkt der Antragstellung und Einbürgerung in Deutschland lebt.
5. Miteinbürgerung von Kindern
Minderjährige Kinder des ausländischen Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartners können unter erleichterten Bedingungen mit eingebürgert werden. Hierbei sind die Anforderungen an die Voraufenthaltszeiten geringer, insbesondere wenn dadurch die staatenrechtliche Familieneinheit sichergestellt wird.
6. Tod oder Scheidung vom Ehegatten
Auch nach einer Scheidung oder dem Tod des deutschen Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartners kann die erleichterte Einbürgerung unter bestimmten Bedingungen erfolgen:
Wenn der Antragsteller innerhalb eines Jahres nach dem Tod des deutschen Ehepartners oder Lebenspartners den Antrag stellt.
Wenn der Antrag nach einer Scheidung gestellt wird und dem Antragsteller das Sorgerecht für ein gemeinsames Kind mit deutscher Staatsangehörigkeit übertragen wurde.
In dem Fall können allerdings Schwierigkeiten mit der Dokumentenbeschaffung bestehen. Gerne berät Sie zum Problem der Einbürgerung nach dem Tod oder der Scheidung von einem Ausländer einer unserer Rechtsanwälte.
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7. FAQ Einbürgerung Ehegatten
Wer kann sich nach § 9 StAG als Ehegatte oder Lebenspartner einbürgern lassen?
Ausländische Ehegatten oder eingetragene Lebenspartner von deutschen Staatsangehörigen können unter erleichterten Bedingungen eingebürgert werden, sofern sie eine gelebte eheliche oder partnerschaftliche Lebensgemeinschaft führen und die weiteren gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen.
Wie lange muss ich mit meinem deutschen Ehepartner oder Lebenspartner verheiratet sein, um eingebürgert zu werden?
Die Ehe oder eingetragene Lebenspartnerschaft muss seit mindestens zwei Jahren bestehen, und der Antragsteller muss drei Jahre rechtmäßigen Aufenthalt in Deutschland nachweisen können.
Welche Sprachkenntnisse muss ich für die Einbürgerung nachweisen?
Für die Einbürgerung sind Deutschkenntnisse auf dem Niveau B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER) erforderlich.
Was passiert, wenn Zweifel an der deutschen Staatsangehörigkeit meines Ehepartners bestehen?
Falls Zweifel bestehen, muss der deutsche Ehepartner oder Lebenspartner seine deutsche Staatsangehörigkeit durch ein gültiges Personaldokument (Personalausweis oder Reisepass) nachweisen. Falls dies nicht eindeutig ist, kann eine Prüfung durch die Einbürgerungsbehörde erfolgen.
Wo kann ich meinen Antrag auf Einbürgerung stellen?
Der Antrag muss bei der zuständigen Einbürgerungsbehörde (in der Regel das Bürgeramt oder die Ausländerbehörde am Wohnort) eingereicht werden. Es empfiehlt sich, vorab eine Beratung einzuholen, um sicherzustellen, dass alle Voraussetzungen erfüllt sind.